Ein Tag in Delhi
Der heutige Tag war wiederum recht erlebnisreich und voller Eindruecke. Nach ausschlafen und “Morgenessen” (sie nannten es Gipfeli, aber viel gemeinsames hatte es nicht – aber um mich herum waren sie ja auch eher beim Lunch) ging es heute Richtung Old Delhi.
Dort wollte Natalia und ich eigentlich eine Mosche besichtigen, daraus wurde dann aber nichts. Irgendwann wurden wir dann immer seltsamer angeschaut und irgendwie waren wir da auch die einzigen mit heller Haut… Aber es hat uns doch einen recht tiefen Einblick in das taegliche Leben dieser Leute gegeben.
Zudem hatten wir auch eine dieser vielerzaehlten Erlebnisse mit den TucTuc. Zuerst wollte er uns fuer 10 Rupien nach Old Delhi fahren, dann bestand er darauf, dass wir auch mit ihm zurueck fahren, was uns aber nicht passte, da wir nicht wussten wie lange wir in dem Viertel bleiben wuerden. Und dann kam es: “10 Rupie only possible if you visit shop with me” Tja, da wollte er wohl Quersubventionieren mit der Povision die er vom Shop erhaelt. Als wir darauf nicht einstiegen, bat er uns auszusteigen was wir dann auch gerne machten
Er fuhr wie ein Verrueckter und nutzte jede kleine Luecke – eine war allerdings etwas zu klein… Tja, es gab am anderen Auto ein paar Kratzer. Aber sie nehmen das hier recht locker – kein Formular, keine Polizei sondern nur kurz den Kopf zum Fenster raus um zu schauen wie schlimm es ist und dann fuhren beide weiter…
Nun waren wir also irgenwo in Delhi und wussten nur ungefaehr, wo wir hin mussten und so fragten wir uns dann durch die Strassen. Zu Fuss kriegt man definitv mehr vom Leben der Leute mit! Wir waren deshalb gar nicht so ungluecklich, dass wir aussteigen mussten
Und fuer die Fahrt haben wir ja dann auch nichts bezahlt.
So kamen wir dann auch an einem Platz vorbei, wo gerade eine Hochzeit fuer heute Abend vorbereitet wurde. Von den Bruedern der Braut haben wir dann ein paar Infos zu Hochzeiten bekommen und am Schluss fanden sie dann, wir sollten uns doch setzen. Es war aber erst 17.00 und die Braut wurde nicht vor 20.00 erwartet. So entschieden wir uns fuers weitergehen. Dafuer waren wir dann in einem kleinen Tempelschule und bekammen die ganzen Heiligen erklaert. Tja, ich Blick ja schon beim Christentum nicht ganz durch, aber bei den Hindus wirds nicht einfacher
In Old Delhi (eventuell wars aber auch woanders – so genau koennen wir das nicht sagen…) War dann noch mehr los als bei uns vor dem Hotel (Main Bazar). Dafuer war es aber auch sehr eindruecklich! Einige waren sehr freundlich zu uns, wollten uns die Hand geben (und erstaunlicherweise nichts verkaufen!) andere schauten etwas verstoert nach uns. Die letzte Stunde wurden wir dann noch von einem aelteren Mann “begleitet” der nicht mehr von uns weichen wollte. Mal war er freundlich, dann wieder fast agressiv. Alles Neinsagen half nichts, er wollte nicht von uns weichen. Tja, und irgendwann kammen wir dann an einen Polizeiposten wo wir dann auch hingingen. Sie klaerten dann die Sache und wiesen ihn an, uns nicht mehr zu folgen. Ich haette echt nicht erwartet, dass er die Motivation aufbringt, uns mehr als 1 Stunde zu folgen
Ansonsten ist Delhi sicherlich nicht die sauberste Stadt, Buergersteige werden schon mal in Pissoirs umgewandelt und die Kuehe sind wirklich ueberall. Tja, und kurz vor dem Hotel kam es dann zum zweiten Zwischenfall mit einer Kuh… Ploetzlich bugsierte mich eines dieser Viehcher nicht gerade sanft von der Seite in mein Bein. Der Schock war allerdings massiv groesser als der Schaden
(oder seit ihr schon mal an der Bahnhofstrasse in Zuerich “angegriffen” worden? – es hat aber nur einen blauen Flecken gegeben.)
Stimmungsbarometer immer noch sehr gut – auch mit der Aussicht auf eine doch wieder kaeltere Nacht. Zumindest waere es definitv zu kalt nur mit dem Seidenschlafsack aber es hat noch 2 Wolldecken und mit denen geht es ganz gut.
Lesson learned: nicht nur auf die TucTuc und Autos aufpassen, auch Kuehe im Auge behalten
Lesson learned 2: Zu billige TucTuc wollen mit Dir in den Shop und nicht an dein Fahrziel.
Am 11. Dezember 2006 um 08:03 Uhr
Hoi Michi
Ich bin froh, dass es Dir so gut geht trotz der vielen “unberechenbaren” Kühe. Es ist lässig Deinen Blog zu lesen. Wir sind natürlich froh so von Dir zu hören und zu wissen dass es Dir gut geht.
Liebe Grüssli
Prisca
Am 12. Dezember 2006 um 12:44 Uhr
Ich würde verrückt werden mit solch penetranten Verkäufern. Wäre nichts für mich.
Am 16. Dezember 2006 um 17:27 Uhr
Ciao Wuschi,
ich stelle fest, dass Du schon voll (wie erwartet) in Aktion bist. Coole Geschichten – habe mich gerade köstlich amüsiert. Um nicht aufzufallen, könntet Ihr (Du bist ja in Begleitung…) Euch tarnen. Turban mit etwas Schuhcrème und so Eure Undercover-Einsätze durchführen:-) Evtl. reicht es ja auch schon, wenn Du Dir einen Stoppelbart wachsen lässt und auf dem Rücken ein Nagelbrett mit Dir herumträgst.
Also – schön von Dir zu hören – bleib sauber und bis bald!
Grüsse Don Al
Am 18. Dezember 2006 um 15:39 Uhr
Bin mir nicht sicher, ob der Stoppelbart echt helfen wuerde… nach 2 Tagen nicht rasieren rufen sie nun von jedem dritten Shop “come for shaving!”
Naja, ich lass mir immer wieder mal was einfallen, um sie abzuwimmeln… Spannend ist auch, dass sie mich recht bald in Ruhe lassen, wenn ich sage, dass ich Deutscher bin. Wenn ich mich als Schweizer ausgebe, sind sie bis jetzt jeweils immer mehr interessiert plus der uebliche Komentar “beautiful country”….