Fahrt von Kanha nach Pachmarhi

Nach der weniger erfreulichen Ausfahrt am Morgen war fuer mich klar, dass ich den Nationalpark am Nachmittag verlassen wuerde um nach Pachmarhi zu gehen und dort einige Tage in der Natur zu verbringen.

Die Idee gefiel auch Andrew und seiner Freundin, da sie auch nicht mehr im Nationalpark bleiben wollten (ihnen wurde vor Anreise bestaetigt, dass sie 990 Rupien fuer ihr Zimmer bezahlen muessten, hier angekommen waren es dann 1990 Rupien…). Schnell wollten wir nun natuerlich wissen, ob wir die Strecke mit einem Taxi machen koennten und somit eine Nacht in Jabalbur sparen wuerden. Der Hotelmanager war sehr hilfsbereit (wie eigentlich immer) und innerhalb von 30 Minuten hatten wir ein Taxi! Great Job!

Fuer die 350 Km rechneten wir mit ca. 9 Stunden (man hat ja Erfahrungen gesammelt…) aber der Boss des Fahrers rechnete mit 6 Stunden – uns sollte es recht sein!

Was dann etwas erstaunlich war, war das nicht nur der Fahrer, sondern auch sein Boss mitkommen wuerde. Naja, ev. wollen die sich die Fahrzeit aufteilen… Einer hin und einer zurueck?

Nach den ersten 100 km hatten wir dann die erste Panne, die Gaenge 1 und 2 unseres Jeeps funktionierten nicht mehr… Nach etwas mehr als 30 Minuten war das Problem aber behoben und die Fahrt konnte weitergehen!

Die Strassen wurden jedoch nicht besser und in den letzten fuenf Stunden haben wir gerade mal einen Drittel der Strecke gemacht… Um 21.00 goennten wir uns dann ein Bier und Chips und unseren Fahrern ein Nachtessen (die Kueche hat nicht sehr ueberzogen)

Zum Teil wurden die Strassen nun besser, zum Teil waren es nur noch Schotterpisten – wir waren froh, hatten wir bei all diesen Schlagloechern einen guten Fahrer und einen Jeep :-)

Um 1.00 war es dann (nach einem Tankstop vor zwei Stunden) Zeit fuer einen weiteren Chai. Langsam wurde es ein echtes Abenteuer ;-) Mitten im Nichts waren einige Chaibuden und ein Tempel! Da unserer Fahrer nicht mehr als ein T-Shirt anhatte, ueberlies ich ihm meine Jacke, da er sichtlich frohr.

Nach weiteren 2 Stunden weckten wir dann seinen Boss auf, der die letzten Stunden auf dem Beifahrersitz schlief. Der Fahrer wollte nicht stoppen und schlafen – wegen seinem Chef! Es brauchte ca. 1 Stunde Ueberzeugungsarbeit, bis er einverstanden war! Und das ausschlagebende Argument war, was, wenn wir einen Unfall haben und er mit seinem zerstoeren Jeep keine Geschaefte mehr machen kann? Incredible India! Er war doch tatsaechlich der Ansicht, dass sein Fahrer 24 Stunden “Gefahrenlos” durchfahren koenne…

Der Deal war dann eine halbe Stunde Schlaf fuer alle, die wir mit etwas Ueberziehen auf ueber eine Stunde ausweiteten – schliesslich hatten wir den Wecker/Mobile ;-) Am Anfang getraute sich der Fahrer nicht zu schlafen und wartete brav, bis sein Chef wieder schlief und wir so taten, als wir schlafen wuerden. Da wir aber nicht alle gleichzeitig schlafen wollten (wegen Gepaeck etc) wechselten wir uns ab :-)

Die Entscheidung zum Schlafen war nicht schlecht, wurde die Strasse den Berg hoch doch recht eng und kurvenreich. Wir waren auf alle Faelle froh, hatte der Fahrer etwas Schlaf.

Die Hotelsuche stellte sich dann als etwas schwirig heraus. Einerseits, weil fast keine Hotels in Englisch angeschrieben waren, sondern nur in Hindi. Anderseits war um 5.30 auch noch nicht viel geoeffnet…

In unserem Favorit waren wir nicht gerade sonderlich erwuenscht… Fuer die Zeit von 6.00 bis 12.00 haetten wir einen vollen Tag bezahlen sollen! Also haben wir weitergesucht, nichts gefunden und waren eine Stunde spaeter wieder dort :-) Nun erklaerte sich der “Nachtwaechter” auch bereit, seinen Manager anzurufen und zu fragen, ob wir “ausnahmsweise” schon um 7.00 einchecken duerfen. Sein Gesichtsausdruck wurde sehr bedrueckt, der Manager war wohl nicht sehr erfreut… Es war ja auch nur ein Bungi vermietet…

Fazit: 350km in 15 Stunden – neuer Rekord fuer mich in Indien…
Nicht erwuenscht

3 Kommentare

  1. Bruno Bonello

    Hallo Michi

    Wie ich sehe ist deine Reise ein richtiges Abenteuer. Ich kann mir die emotionalen auf und ab sehr gut vorstellen. Sorry wenn ich mich erst jetzt melde, aber ich hatte einfach eine Menge zu tun. Freue mich schon auf deine Erzählungen wenn du zurück bist.

    Lieber Gruss

    Bruno

    PS: Wann kommst du eigentlich zurück?

  2. Dani & Domi

    Ou man!! ich denke nicht, dass wir solche Geduld aufbringen könnten. Warscheinlich lehrt man das mit der Zeit und man wächst ja auch in neue Gegebenheiten ein…aber das braucht ja schon viel :-D ! Ich stelle mir gerade vor wie wir auf den Fahrer einreden und die Preise nicht bezahlen wollen – das würde ein heilloses Durcheinander geben. Hut ab – wir sind beeindruckt von Dir!
    Liebe Grüsse

  3. Michael

    @Bruno
    Im Moment hab ich noch Geld :-) Aber spaetestens im September bin ich Dank Dani&Domi wieder in der Schweiz ;-) Bis dahin kommt sicherlich noch die eine oder andere Story zusammen!

    @D&D
    Ich war doch schon immer eine geduldige Person?!

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