Geld wechseln in Bundi….
Die ersten 100 $ waren verbraucht uns somit war es fuer mich hoechste Zeit, wieder Geld zu wechseln! In Mandu war dies leider nicht moeglich und so machte ich mich in Bundi auf die Suche.
Sind in der Schweiz Banken doch recht gut zu erkennen, so kann ich das zumindest fuer Bundi nicht behaupten… Als ich dann die erste Bank sah, stellte sich sogleich die Frage, wo der Eingang nun genau ist und ob die Bank ueberhaupt geoeffnet hat.
Durch ein Gitter, dass ca. 30 cm geoeffnet war und durch eine schwere Kette zusammengehalten wurde, habe ich die Bank betreten und sofort gemerkt, dass sie auch noch geoeffnet ist. Ein Wachmann mit schwerem Geschuetz nahm mich nun in Empfang und fuehrte mich zu einem der Buerotische zu einem “Manager” (er sah zumindest wichtig aus…) der mir dann erklaerte, dass seine Bank kein Geld wechsle…
Versuch Nummer zwei waere schon fast am Eingang gescheitert, da ueber einer Treppe nur ein Schild hang. Oben an der Treppe erinnerte es dann eher an ein privates Wohnhaus und durch einen weiteren verwinkelten Gang betrat ich die “heiligen Hallen”. Auch hier kuemmerte sich sofort ein Wachmann um mich und wieder wurde mir erklaert, dass man hier kein Geld wechseln kann… Immerhin bekamm ich den Tipp, bei welcher Bank es denn gehen koennte. Nur die Wegbeschreibung war etwas gar wage…
Nach weiteren 15 Minuten hab ich die Bank gefunden, durch das wiederum halbverschlossene Gitter mich ins Gebaeude “geschoben” und diesmal leider nicht vom Wachmann in Empfang genommen wurde. Das Innere der Bank glich einem wahren Tumult und ich versuchte herauszufinden, wo ich denn jetzt bei all diesen verschiedenen Schaltern anstehen muss. Helfen konnte\wollte mir niemand und Beschriftet war alles in Hindi. Also auf Geratewohl mal anstehen, und natuerlich den falschen Schalter erwischt… Immerhin wurde mir gesagt, wo ich hin muss. Als ich aber vor dieser Tuer stand, war ich mir nicht mehr so sicher, da diese zu einem Gang fuehrte, wo die ganzen Safes drinnstanden! Auf den zweiten Blick war dann eine weitere Tuer die zu einem Raum hinter den Schalter fuehrte. Hier standen ca. 10 Pulte und um jedem ca. 10 Leute! So moechte ich echt nicht arbeiten! 10 Kunden um meinen Arbeitsplatz, die schauen, was ich mache!
Nun ging es wieder von vorne los und nach kurzer Zeit war der entsprechnde Pult fuer mein Anliegen ausgemacht. Dummerweise standen da auch recht viele junge Inder, die ein Konto eroeffnen wollten und mit dem Papierkram recht ueberfordert schienen (indische Buerokratie…)
Jedesmal, wenn der arme Angestellte einen Kunden abgefertigt hatte, hielten im 10 weitere seine Papiere entgegen! Mit jedemmal wurde auch mein Koerpereinsatz heftiger (ich passte mich nur den lokalen Gepflogenheiten an hatte!) und irgendwann setzte ich mich dann durch! Jaja, Geld wechseln moeglich, aber nicht meine 100$-Note sondern nur Traveller-Checks. Ha! Ich bin ausgeruestet und zaubere nun meine Traveller-Checks hervor – wenig Begeisterung beim Bankangestellten. 1:0 fuer mich
Blitzschnell startete er nun zum Gegenangriff und wollte meinen Pass, was ich gekonnt abwehrte und ihm das gewuenschte Dokument praesentierte! Nun begann er eine Stufe haerter zu spielen und wollte eine Kopie von meinem Pass UND Visa. F***!!! Ich hatte nur eine Kopie vom Pass. Spielstand 1:1
Eine Kopie konnte er “natuerlich” nicht machen, aber irgendwo da draussen auf der Strasse haette ein Shop einen Kopierer, wo ich das erledigen koenne…Aus der Bank raus, auf die Strasse, rumfragen und Shop mit Kopierer gefunden! 5 Minuten warten, bis der zustaendige Herr sein Telefonat beendet hatte und dann freundlich bleiben – hat sich voll gelohnt! Er machte mir eine Kopie des Passes und des Visas auf eine Seite. Good job! Wie ich es wollte – davon wollte ich gleich nochmals fuenf Kopien
Der naechste Bankangestellte wird staunen.
Zurueck zur Bank, hin zum Pult, auf den Einsatz warten und versuchen zu Punkten. Eine genaue Reihenfolge, wer wann drann kommt existiert naemlich nicht. “De schnaeller isch de gschwinder!” Beim sechsten Anlauf klappt es. Alles wird kontrolliert, der Wechselkurs wurde bekannt gegeben, Formulare wurden ausgefuellt und unterschrieben…. Weiter gings zum naechsten Schalter wo dann sogar das Geld ausgezahlt wurde 2:1 fuer mich!
Jetzt brauchte ich nur noch eine Quittung fuer den Geldwechsel, da dieser Nachweis bei manchen Kaeufen, Zugreservationen etc. notwendig ist. Njet, die Quittung bekomme ich hier am Schalter nicht – 2:2 *grummel* Zurueck zum Pult, mit viel Einsatz beim zweiten Anlauf erfolgreich (Uebung macht den Meister)! Nach kurzem verbalem hin und her hat sich der Angestellte erweichen lassen und mir versprochen, eine Quittung auszustellen. Er schwirrte durch die Bank, kam mit einem offiziellen Briefpapier zurueck und begann mir von Hand (!) eine Quittung auszustellen
Noch nie hab ich von einer Bank eine handschriftliche Bestaetigung erhalten (ok, bin auch noch Jung, als ich Bankkunde wurde, waren PC’s schon erfunden und auch Drucker gabs schon
)! 3:2 ich hatte meine Bestaetigung!
3:3 stand es allerdings zum Schluss – der nette Herr hatte mir noch eine Tasse Tee zum Abschluss bringen lassen und nahm sich die Zeit fuer einen kurzen Schwaz. Auch das ist Indien
Was mich allerdings am meisten erstaunte, (mal abgesehen, dass ich 2 Stunden in der Bank war um einen simplen Traveller-Check einzuloesen) war, dass alle Kunden um den Pult standen und auch volle Einsicht auf den Bildschirm des Mitarbeiters hatten und dort standen ganz interessante Sachen (yep, ich hab auch ein Auge draufgeworfen – rein berufliches Interesse
) Was aber noch viel erstaunlicher war, dass die ganzen Barbezuege etc. noch in grossen Buecher niedergeschrieben werden und einige Kunden diese Buecher ohne Hemmungen zu lesen begangen, wenn der Angestellte schnell von seinem Arbeitsplatz verschwand! Das Schweizer Bankgeheimmnis hat fuer mich eine ganz neue Bedeutung bekommen!
PS: hab dann gleich 200$ gewechselt und nicht nur 100 – sobald moechte ich dass nicht nochmal machen muessen
Am 20. Dezember 2006 um 15:47 Uhr
Kleiner Tipp zum Geldwechseln in Indien. Meide Banken !!! Wechselstuben sind sehr effizient und schnell. Gruess Irena
Am 21. Dezember 2006 um 13:42 Uhr
Danke fuer den Tipp! Der Wechselkurs hat mich dort nicht sehr angesprochen, aber naechstes mal bekomme ich lieber ein paar Rupien weniger, dafuer hab ich noch wenigstens was vom Tag
Am 21. Dezember 2006 um 21:16 Uhr
War da nicht noch irgendwo in der Bank der
Victor GiaccoboRajiv, der gefragt hat “You wonna fuck?”Am 21. Dezember 2006 um 21:29 Uhr
Super Bericht. Beim Durchlesen habe ich ein paar Mal laut gelacht. Ich konnte mir Dich gut vorstellen. Du bist ja ein “so geduldiger Mensch” in solchen Sachen.
Lass Dich nicht unterkriegen.
Am 21. Dezember 2006 um 21:29 Uhr
Noch ein Tipp von mir: Frage das nächste Mal in der Bank einfach nach Prospekten. Dann gewinnst Du 4:3
Am 22. Dezember 2006 um 15:02 Uhr
@Prisca
Ich hab mir muehe geben
@Marcel
und nein, die Frage hat mir bis jetzt hier noch niemand gestellt
Fast haette ich einen Prospekt verlangt, ich wollte ja schon immer auch noch ein indisches Bankkonto
Am 27. Dezember 2006 um 01:22 Uhr
tja, es ist mir vor 4 jahren in Ford Lauderdale ähnlich gegangen. und jetzt weiss ich natürlich nicht woher ich diese smailis bekomm…
Am 29. April 2007 um 16:40 Uhr
[...] Das ganze hat gute 45 Minuten gedauert und beim ganzen Wechseln hab ich ca. 15 Dollar verloren – den Betrag muss ich wohl als “Versicherungspraemie” anschauen, dass ich die Dollars nicht die letzten fuenf Monate mit mir hatte… und das ganze hin und her war noch immer schneller als in Indien [...]