Kanha Nationalpark
Mit dem Deluxbus von M.P. Tourism machte ich mich auf den Weg zum Nationalpark. Noch nie habe ich in Indien einen Bus mit weniger Passagieren gesehen – ausser mir waren nur noch drei weitere Maenner im Bus plus 4 Angestellte
Jaja, Indien ist “Arbeitsintensiv”
Der Bus war sehr angenehm und in vier Stunden war ich auch schon am Ziel!
Die Zimmer von M.P. Tourism in den Baghira Log Huts waren zwar recht teuer, dafuer aber auch sehr sauber, in erfreulich gutem Zustand und alle Mahlzeiten waren inklusive – es gab ja sonst auch keine Verpflegungsmoeglichkeit
Da die Huetten in der Pufferzone des Nationalparks liegen, kann man sogar schon beim Morgenkaffee die ersten Tiere beobachten und hoert die verschiedensten Viecher am Abend beim Bier! Die Lage war also Top und der Service meist gut.
Am ersten Nachmittag hab ich mich fuer einen kleinen Spaziergang entschieden, der eigentlich nicht erlaubt gewesen waere
Hey, zu dem Zeitpunkt hab ich’s nicht besser gewusst! Toll war er auf alle Faelle, konnte ich doch einige Rehe ganz in Ruhe beobachten!
Am nachsten Morgen war es dann Zeit fuer die erste Safari. Da die anderen Gaeste des Hotels keine Safari machen wollten/konnten, blieb mir fast nichts anderes ueberig, als runter zum Haupteingang zu gehen und nach einem Jeep mit wenigen Gaesten ausschau zu halten… Mein “Opfer” war ein Paaerchen aus England, die auch sofort einverstanden waren, den Jeep zu teilen. Beim Guide des Paaerchen brauchte es dann etwas mehr Ueberzeugungsarbeit… Was schliesslich auch finanzieller Natur war – klar war, dass ich einen Teil des Jeeps und den Eintritt in den Park bezahlen wuerde, aber er wollte auch noch, dass ich nochmals fuer einen Jeep die Eintrittsgebuehr sowie fuer einen Guide bezahle??!! Und dies, ohne dass wir mit zwei Jeeps oder Guides unterwegs waeren… Naja, ich wollte in den Park rein…
Der Ausflug war super, der Fahrer war richtig “gigerig” einen Tiger zu sehen und suchte die ganze Zeit nach Spuren auf der Strasse etc., kletterte aufs Dach seines Jeeps usw. UND JA, ICH HABE EINEN TIGER GESEHEN!!!! Zwar von recht weit weg, aber immerhin! Somit haben wir uns dann gegen den Elefantenritt zur Tigershow entschieden – das haette ja auch das “laecherliche” Suemmchen von 600 Rupien/Person fuer ca. 5 Minuten gekostet… Auch sonst war der Ausflug super und wir haben viele Tiere gesehen (Div. Hirsche, Rehe, Voegel, Bueffel….)
Den zweiten Nachmittag habe ich dann den Naturpfad erkundet und mich dazu unterhalb des Hotels an die Strasse gestellt, um “per Anhalter” die Pufferzone zu verlassen (am Abend davor hatte mir der Hotelmanager erzaehlt, dass ich nicht durch die Pufferzone gehen darf und mein erster Nachmittagsspaziergang somit Illegal war…) Das erste Auto war dann auch voll mit Parkaufsehern, die wohl von einem der Jeeps aus der Gegenrichtung alamiert wurden
Sie haben mich dann zum ersten Tor gebracht, wo der Naturpfad war. Nicht sonderlich spektakular, auch fuer einen Altersheimausflug durchaus geeignet… Also nicht ganz das Abenteuer, dass ich mir wuenschte… Wenigstens hatte es einige Tafels mit Erklaerungen zum Park und ein paar in Zement gegossnene Fussabdruecken von Tieren. Tiere? Tja, ausser Kuehen und Voegeln war nichts zu erspaehen… Selbst auf meinem nachfolgenden Spaziergang vom Nationalpark zum naechsten Dorf gab es mehr Wildtiere zu sehen…
Per Anhalter ging es dann auch wieder von diesem Dorf zurueck ins Hotel, diesmal allerdings mit Motorrad (jep, ich passte da auch noch drauf, die waren ja erst zu Zweit
) und mit Bus. Dort angekommen war es auch schon bald Zeit fuers Dinner und mit Freude habe ich festgestellt, dass ich nicht mehr der Einzige Gast war! Zwei Deutsche und ein Paar aus Australien/Norwegen waren eingekommen. Also gute Aussichten, einen Jeep teilen zu koennen.
Die Deutschen gingen aber dann doch eher auf Abstand und wollten mit mir (diesmal Schweizer – siehe andere Eintraege) nicht viel zutun haben. Das Team Australien/Norwegen war da doch etwas geselliger und setzte sich zu mir
Schnell waren wir uns ueber denn naechsten Tag einig, Jeep organisiert und Zeit fuer den gemuetlichen Teil, der bei Andrew und mir bis nach Mitternacht dauerte und von vielen Stories begleitet wurde…
Im Gegensatz zu unserem Fahrer waren wir sogar puenktlich – ok, wir hatten auch ein Wakeup-call und 15 Minuten spaeter wurde das Fruehstueck vors Zimmer serviert und die ersten Tiere konnten beobachtet werden. Der Fahrer war schliesslich 30 Minuten zu spaet und wollte jetzt den Preis nochmals diskutieren… Die Grundgebuehr fuer den Jeep war jetzt 60 Rupien mehr, dafuer nur noch bis 9.30 und nicht mehr bis 12.00 Uhr. Fuer die zusaetzliche Zeit wurden nochmals 150 Rupien faellig… und ploetzlich waren auch nur noch 40 Kilometer inklusive und jeder weitere kostet 13 Rupien… Wir standen vor der Wahl: akzeptieren oder vergebens frueh aufgestanden… Wir haetten besser nicht akzeptiert.
Wie ein wilder fuhr er durch den Park – unser Guide hatte kaum Zeit, ausschau nach den Tieren zu halten. Erspaehte er trotzdem etwas, fuhr der Fahrer nur wiederwillig zurueck. Beim “Znueni” erzaehlte er uns dann, dass wir die 40 km aufgebraucht haetten und wir nun mehr bezahlen wollen oder raus aus dem Park! Dabei haben wir klar abgemacht, dass er uns sagt, wenn wir 20 km erreicht haben!
Da wir natuerlich keinen Tiger gesehen haben, entschieden wir uns fuer die Tigershow mit Elefanten und unser Fahrer brachte uns im Eiltempo dort hin, nachdem wir fast 1 Stunde warteten, bis er wieder ready war und die Tickets fuer den Elefanten hatte.
Der Elefantenride war ein Erlebnis fuer sich
ca. 20 Jeeps warteten und vier Elefanten brachten Nonstop Touris zu den beiden Tiger. Der Ritt dauerte ca. 5 Minuten bei einigen sogar weniger! Gluecklicherweise haben wir unser Trinkgeld direkt bei Ankunft beim Tiger bezahlt und der Elefantenmensch hat den Wink auch richtig verstanden
Somit konnten wir uns die beiden Tiger etwas ausfuehrlicher anschauen.
Als wir zurueck beim Hotel waren, ging dann die Furcht- und fruchtlose Diskussion ums Geld los… Statt 600 Rupien fuer den Jeep zahlten wir nun fast 1200…
Wir waren nicht sehr gluecklich darueber und fuer uns war klar, dass wir so keine weiteren Ausfluege mehr machen werden und stattdesen abreisen….
Am 11. Februar 2007 um 18:34 Uhr
Sagt der eine Tiger: “Hey, da kommt wieder ein Touri, yam!” Sagt der andere: “Und sogar einer, der gewichtsmässig etwas hergibt, yam-yam!”
*duckundweg*
Am 13. Februar 2007 um 13:59 Uhr
Naja, der gemeinte Touri brachte auch schon mehr auf die Waage
Aber mit der Groesse kommt schon mehr Fleisch zusammen als bei den Locals…