Tage in Pachmarhi

In Pachmarhi kam uns (Andrew aus Australien und mir) der Werbeslogen “Incredible India!” mehr als einmal in den Sinn! Der Ausdruck viel auch fast stündlich, durch die Erlebnisse, die wir dort hatten.

Hotelgeschichten
Unser Hotel hiess uns jeden Morgen mit “Check out?” willkommen und lächelte dabei freundlich. Auf unsere Antwort, “No, we stay another day” war dann das Lächeln schnell weg… Tja, wir störten sie wohl beim Nichtstun…

Langsam wurde dieser Dialog etwas nervig und wir fühlten uns dadurch ja auch richtig willkommen. Zudem war nichts mit der versprochenen heissen Dusche. Da war zwar ein Boiler, aber der lieferte nur heisses Wasser an einen Hahnen auf Kniehöhe. Dort konnte man dann seinen Eimer füllen und sich damit Duschen. Wieso da keine weitere Leitung nach oben zum Duschkopf gezogen wurde, entzieht sich meiner Kenntnis… Ich vermute aber mal, dass der Architekt einfach nicht mit der Westlichen Art des Duschens vertraut war… Da uns das langsam doch alles etwas nervte, wollten wir uns mal nach einer neuen Unterkunft umsehen.

Der Ort bot zwar viele Unterkünfte, aber wenige mit der von uns gewünschten Aussicht auf die schöne Natur… Eine haben wir dann doch noch gefunden – völlig per Zufall, als wir versuchten Zugtickets zu kaufen. Da Pachmarhi vom Militär ziemlich stark in Beschlag genommen wird, hat es dort eine Ticketverkaufsstelle, obwohl kein Bahnhof vor Ort ist. Damit die Armeeangehörigen auch schön fit bleiben, steht der Schalter jedoch nicht in der Nähe der Kasernen, sondern ein rechtes Stück ausserhalb in der Natur :-) (Es gelang uns übrigens nicht, in drei Tagen eine Fahrkarte zu bekommen! Entweder hat der Schalterangestellte keine Lust oder das System funktionierte nicht…)

Wir haben dann die Bungalows in der Nähe der Fahrkartenverkaufsstelle angeschaut und hätten dort am nächsten Tag auch gerne ein Zimmer genommen. Der “Manager” hat uns die Zimmer auch gerne gezeigt (auch dort hatte es eines dieser Swiss Tents) den Preis haben wir auch gerade noch so auf die Reihe bekommen, aber danach traten doch ernsthafte Kommunikationsprobleme auf! Kurzversion der halbstündigen Verhandlung:
So you have two rooms for tomorrow?
Yes, booking confirmed, no booking.

Wir sind dann geblieben wo wir waren… einerseits waren die Zimmer dort nicht viel teurer, etwas näher am Zentrum und zudem war gleich neben an das Hotel von der Tourismusorganisation mit einer wahnsinnsschönen Terrasse! (Das Haus war vorher mal eine Villa vom Englischen Militär)

Trekking in Pachmarhi
Um etwas negative Energien Abzubauen, haben Andre und ich uns für eine Wanderung mit einem Guide entschieden – meditieren lag uns beiden nicht so ;-) Der Guide war echt super, sprach auch gut Englisch und schien einer der wenigen im Ort zu sein, der weiss, wie man mit westlichen Touristen einfach Geld verdienen kann (alles genau erklärt, genaue Preise und er hat sogar gewartet, bis wir mit unserem Frühstück fertig waren, bevor er uns angesprochen hat).

Die Wanderung beging mit einer kurzen Jeepfahrt um den ersten Aussichtspunkt in ca. 10 Kilometer Entfernung zu besichtigen. Anschliessend hatten wir eine richtige Offroad-Strecke vor uns, die durch den Wald führte und für den Fahrer recht anspruchsvoll war. Uns hatte es zwar hinten auf den Bänken recht durchgeschüttelt, aber wir hatten unseren Spass! Anschliessend ging es dann ca. 2 Stunden den Berg hinunter zu einem Wasserfall, wo wir uns eine längere Pause gönnten und zur zweiten Attraktion (neben dem Wasserfall) für die Indischen Touristen und Honeymooner wurden. Etliche Fotos wurden von uns und der Braut gemacht aber “seltsamerweise” durften wir nie eine mit unseren Kameras machen :-)

Für uns ging es anschiessend nochmals rund eine Stunde lang weiter den Berg hinunter zu einem weiteren Wasserfall, den wohl die wenigsten Touris sehen. An dem Wasserfall campiert unser Guide ab und zu mit Gästen, die längere Trecks machen wollen. Wir sind für die Nacht nicht geblieben und haben uns auf den Rückweg gemacht. Da es nun richtig heiss wurde, waren wir um jeden Tropfen Wasser, der wir noch bei uns hatten froh. Stunden später waren wir dann wieder oben bei unserem Jeep und die Tour konnte weitergehen.

Als nächstes standen ein paar Höhlen und Wandmalereien auf dem Programm – der Guide versicherte mir aber, dass es weniger anstrengend wird :-) Sonst hätte ich den Dienst verweigert! Die Tour war wiederum spannend und lehrreich, da unser Guide ein Riesenwissen über die Natur hatte (welche Tiere wo zu finden sind, welche Pflanzen für welche Beschwerden oder zum Essen sind) welches er von seinen Vorfahren übermittelt bekam.

Bei den Waldmalereien waren wir uns aber beide nicht so sicher, ob die tatsächlich so alt waren, wie er uns glauben machen wollte :-) Es sah zum Teil doch eher so aus, als die kürzlich angefertigt oder zumindest nachgepinselt wurden. Der Tag hat sich aber auf alle Fälle gelohnt!

Andrew will nochmals in den Nationalpark
Da Andrew mit seiner Freundin nur einen Tag im Khane Nationalpark waren, wollten die beiden nochmals einen Versuch in einem nahegelegenen anderen Park versuchen. Der Preis war ok und beinhaltete die Fahrt zum Nationalpark, drei Stunden Safari am ersten Abend, Übernachtung, fünf Stunden Safari am Morgen und anschliessende Rückfahrt. Die Tour wäre super gewesen für diesen Preis und trotzdem entschied ich mich dagegen. Später wusste ich dann, dass es die richtige Entscheidung war – Andrew stand am Abend wieder vor meinem Bungalow :-) Alles war bei Ankunft in der Unterkunft plötzlich doppelt so teuer und die Safari wesentlich kürzer! Dafür aber acht Stunden mit dem Jeep durch die Gegend gefahren…

Langsam wird es in Pachmarhi ungemütlich
Pachmarhi hat normalerweise ein paar Tausend Bewohner. In den letzten Tagen wurden es jedoch immer mehr, da ein religiöses Festival ansteht. Dies scheint leider auch mit erheblichen Mengen bewusstseinsverändernden Substanzen verbunden zu sein. Auf alle Fälle gehen wir nicht mehr wirklich gerne runter ins Dorf… Als wir heute die Brücke überquerten, mussten wir fast ins Wasser springen, da zwei Fahrer ihre Fahrzeuge nicht ganz im Griff hatten… Am Abend kann die Stimmung zudem schon auch mal leicht aggressiv werden… Es wird Zeit, dass wir uns Gedanken zur Weiterreise machen, soll es hier doch in wenigen Tagen mehrere Hunderttausend Pilger haben. Die Übernachten dann in den paar Hotels und auf dem Golfplatz…

Abreise
Für die Strecke zum nächsten Bahnhof (ca. 40 Kilometer den Berg runter) organisieren wir uns ein Taxi am Vorabend. Am Morgen erscheint es jedoch erst viel später, als wir bereits ein neues organisiert hatten :-) Als wir durchs Dorf fuhren, konnten wir uns ein Bild davon machen, was hier die nächsten Tage los sein wird und sind alle froh, dass wir “entfliehen” konnten. Der Ort füllte sich rasant und überall tauchten plötzlich Händler und Pilger auf – mit der Ruhe war es vorbei…

1 Kommentar

  1. Michi’s Travel Blog » Blog Archiv » Regen hat auch sein positives…

    [...] sind neu dazu gekommen: Tage in Pachmarhi Zurück nach Bhopal Dammbesichtigung in Kandwah Die letzten 24 Stunden Indien Auf nach [...]

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